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Bei der Konstruktion hochwertiger Mikrofonkapeln muss der Entwickler eine Kompromisslösung finden: Die Membran soll so groß wie möglich sein (geringes Rauschen, großes Nutzsignal) und so klein wie nötig (geringe Fehler bei hohen Frequenzen). Idealerweise soll die Kapsel klein im Vergleich zur Schallwellenlänge sein (20 kHz entspricht 1,7 cm).
In der Frühzeit der Studiotechnik, vor der Erfindung des Magnetbands und vor der Einführung der Hochton-Lautsprecher, schien allerdings eine obere Grenzfrequenz von 12 kHz ausreichend zu sein. Die ersten Kondensatormikrofone hatten daher eine große (ca. 2,5 - 3 cm) Kapsel, gebildet aus massiver Messingelektrode und goldbedampfter Membran (Foto rechts: Kapsel Neumann U 87). Später konnten die Hersteller auch miniaturisierte Mikrofone mit kleinen Kapseln (Durchmesser 1,6 - 2 cm) bauen (Foto unten: Kapsel Sennheiser MKH 40).
Heutzutage sind die altmodischen "Großmembranmikrofone" (z. B. Neumann U 47, U 67, U 87, TLM 170; AKG C 414) den modernen "Kleinmembranmikrofonen" (z. B. Schoeps CMC 64; Neumann KM 84, KM 140; Sennheiser MKH 40) theoretisch technisch unterlegen: Die kürzesten interessanten Schallwellenlängen sind deutlich kleiner als der Durchmesser einer Großmembrankapsel, was sich in deutlichen Abweichungen vom idealen Wandlerverhalten bei hohen Frequenzen auswirkt. Trotzdem sind Großmembranmikrofone nach wie vor sehr beliebt, nicht nur wegen ihres beeindruckenden Äußeren - man sagt ihnen insbesondere als Solisten- oder Stützmikrofon einen "persönlicheren", individuelleren Klang nach als den "neutral" klingenden Kleinmembran-Modellen.
In einer Semesterarbeit im SS 2004 haben wir dies überprüft. Aufgabe war es, verschiedene Groß- und Kleinmembranmikrofone als Stützen an unterschiedlichen Instrumenten einzusetzen. Dabei sollten alle Mikrofone die gleiche Richtcharakteristik haben. Die Klangbeispiele demonstrieren die klanglichen Gestaltungsmöglichkeiten, die der Tonmeister durch die Mikrofonauswahl hat.
(tg)
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